Tolles Rennwochenende mit bitterem Beigeschmack

Arnaud Friedrich 2017 am Schleizer Dreieck
Foto: rop

Was ein Achtungszeichen werden sollte, wurde im oder vielmehr durch den Keim erstickt. Arnaud konnte am Rennwochenende in Schleiz aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht die Leistung bringen, die er gern den Fans und dem Team gezeigt hätte. Zum Sturzpech und ein paar
Prellungen im Freitags-Training kam am Samstagmorgen noch ein Infekt hinzu. So konnte er in Anbetracht der Umstände in Lauf 1 einen passablen 12. Platz und im 2. Lauf noch den 15. Platz einfahren.

Arnaud Friedrich in der IDM, 2017 am Schleizer Dreieck
Foto: rop

„Mir ist der Gang rausgesprungen, und ich bin abgeflogen“, sagte der Youngster aus dem Van Zon – Remeha – BMW Superbike Team zu seinem Trainingssturz am Freitag. „Wenn‘s für mich auch nur ein paar Prellungen gebracht hat, so hatte mein Motorrad doch etwas mehr abbekommen und meine Mechaniker mussten einige Überstunden leisten.“

Seinen Magen-Darm-Infekt und die deshalb für ihn etwas enttäuschenden Ergebnisse kommentierte er mit den Worten: „Schleiz ist mit Abstand die kräfteraubendste Strecke überhaupt im IDM-Kalender. Hier musst Du richtig fit sein, um die Renndistanz erfolgreich zu meistern. Samstagmorgen bin ich von heftigen Magenkrämpfen geweckt worden. Mein Allgemeinzustand verschlimmerte sich nach jedem Training, und ich war alles andere als fit. Nach dem Warm-up am
Sonntag wusste ich dann, dass es nicht das erhoffte Rennwochenende wird.“

Arnaud Friedrich beim IDM-Rennen am Schleizer Dreieck 2017
Foto: rop

Trotzdem nimmt der schnelle Limbach-Oberfrohnaer auch Positives vom Schleizer Dreieck mit: „Im ersten Rennen konnte ich zumindest ein paar Runden beweisen, dass der Renn-Speed da ist. Ich fuhr immerhin die fünftschnellste Rennrunde mit einer 1:26.564 min. Das zeigt, dass es unter
normalen Umständen für mehr als den 12. Platz gereicht hätte.“

An seine Sponsoren und Fans richtete Arnaud Worte voll des Dankes: „Ihr habt dieses Event zu etwas ganz Besonderen gemacht – auch wenn der Renn-Engel an diesem Wochenende nicht immer an meiner Seite war, so war das Schleiz-Feeling mega. Die Strecke ist absolut mein Ding. Ich liebe
es hier zu fahren. Was für eine Ehre, von so vielen zahlreichen Sponsoren, Freunden und Fans angefeuert zu werden! Vielen, vielen Dank, dass Ihr nach Schleiz gekommen seid und mich motiviert habt, das absolut Letzte aus mir herauszuholen.“

Den Rennbericht des Teams zum Event am Schleizer Dreieck könnt ihr hier nachlesen.

Max Kappler startet in der World SSP300 am Lausitzring

Max Kappler am Nürburgring 2017
Max Kappler am Nürburgring 2017. Foto: Nico Schneider/KAPPLER-Motorsport (Archiv)

Max Kappler, der aktuell Führende in der deutschen Supersport300-Meisterschaft, wurde am 24.07.2017 durch die DORNA für die Teilnahme an der World SSP300 bestätigt. Die Serie startet im Rahmen des deutschen Laufs zur FIM Superbike World Championship.
Dieses Event der WorldSBK findet vom 18. bis 20. August auf dem Lausitzring statt.

„Wir freuen uns über das Vertrauen in Max und werden alles daran setzen, dass die Teilnahme ebenso erfolgreich wird, wie die Gaststarts in der Moto3 World Championship auf dem Sachsenring in den Jahren 2014 bis 2016“, teilt Kappler Motorsport in der aktuellen Pressemeldung mit.

„Max war zuletzt vor einer Woche zum Testen in der Lausitz. Es konnten erneut zahlreiche Daten gesammelt und das Bike weiter verbessert werden“, erklärt das Team weiter. „Zudem konnte Max bei den zahlreichen Runden seinen Fahrstil ebenfalls weiter verbessern und noch intensiver mit dem Bike arbeiten.“

Max Kappler in der IDM Superstock 300 2017 am Nürburgring
Foto: Nico Schneider / KAPPLER-Motorsport (Archiv)

Bis zum Start auf dem Lausitzring Mitte August stehen für Max Kappler aber zunächst erst einmal noch zwei Veranstaltungen in der deutschen SSP300-Meisterschaft auf dem Programm. Das sind zunächst am kommenden Wochenende die Rennen auf dem Schleizer Dreieck. In 14 Tagen geht es dann in Assen weiter. Danach steht dann der Lauf auf dem Lausitzring an.

Max Kappler in der IDM Superstock 300 am Nürburgring 2017
Max Kappler in der IDM Superstock 300 am Nürburgring 2017. Foto: Nico Schneider/KAPPLER-Motorsport (Archiv)

Max Kappler zum Wildcard-Einsatz:

„Ich freue mich riesig über die Wildcard auf dem Lausitzring. Ich möchte mich bei allen – bei meinen Sponsoren, beim Team Yamaha-Freudenberg und Yamaha Deutschland und natürlich bei meiner Familie – für die Unterstützung und das in mich gelegte Vertrauen bedanken. Es wird eine tolle Herausforderung werden, mich in der Supersport-300-Klasse mit den permanenten WM-Fahrern zu messen. Meine bisherige Saison verlief sehr positiv, wir verstehen das Motorrad von Mal zu Mal besser und wir konnten uns daher schon in vielen Dingen deutlich verbessern. Ich fühle mich bereit, in der WM anzugreifen und viele Erfahrungen zu sammeln. Zunächst will ich das Event genießen, Spaß haben und so gut wie möglich abschließen. Schließlich will ich mich für die neue WM-Saison empfehlen.“

Arnaud Friedrich: Heimrennen am Schleizer Dreieck

Arnaud Friedrich am Schleizer Dreieck 2016
Foto: rop (Archiv)

Das Heimrennen von Arnaud Friedrich aus dem Van Zon – Remeha – BMW Superbike Team ist greifbar nah.
Am kommenden Wochenende ist es schon soweit: Die IDM gastiert am Schleizer Dreieck. Vom 28. bis 30.07.2017 werden die Superbikes und natürlich auch die anderen IDM-Klassen ihre Runden um die Naturrennstrecke drehen. Die interessanten Cups und Markenpokale, die im Rahmenprogramm der IDM stattfinden, werden an der Thüringischen Traditionsrennstrecke ebenfalls nicht fehlen.

Arnaud Friedrich am Schleizer Dreieck 2016
Arnaud 2016 in der STK1000 am Schleizer Dreieck. Foto: rop (Archiv)

Arnaud Friedrich steckt mitten in der heißen Phase der Vorbereitung und brennt schon auf die beiden Läufe:
„Das Schleizer Dreieck ist eine meiner Lieblingsstrecken. Außerdem ist es mein Heimrennen – nicht nur, weil die IDM nicht mehr am Sachsenring startet, sondern weil mich Jahr für Jahr viele Unterstützer, Fans und Freunde hierher begleiten“, erklärt der junge Limbach-Oberfrohnaer.

„Es lohnt sich auf jeden Fall vorbeizukommen. Und ich bin schon ganz heiß auf die Rennen und die Kämpfe um die Platzierungen. Ich hoffe natürlich, dass ich an die guten Ergebnisse aus dem Vorjahr anknüpfen kann“, so Arnaud weiter. „Ihr seid herzlich eingeladen, mich und das Team am Schleizer Dreieck zu unterstützen.“

Arnaud Friedrich am Schleizer Dreieck 2016
Starker Auftritt in der Premieren-Saison von Arnaud Friedrich am Schleizer Dreieck 2016. Foto: rop (Archiv)
Erfolge für Arnaud Friedrich in dessen Premieren-Saison

Letztes Jahr konnte der Limbach-Oberfrohnaer Youngster (in seiner Premieren-Saison für das Team Penz13.com in der Klasse Superstock 1000 startend) einen 12. und einen 10. Platz einfahren

Das Rennwochenende kann man auch wieder live auf dem Youtube-Channel der IDM verfolgen.

Adrian hat‘s in Assen in der IG Königsklasse wieder krachen lassen

Adrian Hähle
Foto: Friedemann Dommenz/Hähle Racing (Archiv)

Am vergangenen Wochenende ging Adrian Hähle auf seiner Honda RS 125 auf dem anspruchsvollen niederländischen „TT Circuit van Drenthe“ in der IG Königsklasse an den Start.

Mit Risiko, einem taktisch klugen Manöver und 0,063 Sekunden Vorsprung auf Platz 1“, schreibt das Team in seiner Pressemitteilung.

In den Freien Trainings hatte Adrian noch mit Zündungs-Problemen zu kämpfen. In den beiden Zeittrainings konnte er jedoch seine Rundenzeiten weiter verbessern.
Nach einem mittelmäßigen Start ins erste Rennen begann Adrian Hähle eine sehenswerte Aufholjagd und fuhr am Ende den ungefährdeten 2. Platz in der 125er Klasse ein.
Nach einem besseren Start konnte er sich im zweiten Rennen von einem Kampf mit zwei weiteren Fahrern freifahren und setzte zur Verfolgung des Spitzenduos an. Mit seiner persönlichen Rundenbestzeit von 1:57,363 Minuten konnte Adrian in der letzten Runde zu diesem aufschließen.
Mit viel Risiko zwischen den beiden Kurven „De Bult“ und „Mandeveen“ überholte er zunächst Boris Pütz. Mit einem mutigen, aber auch taktisch klugen Manöver in der „Ramshoek“ schnappte er sich letztlich auch noch den führenden Micky Winkler.
Adrian Hähle setzte sich dann etwas ab und rettete einen Vorsprung von 0,063 Sekunden ins Ziel, was den Sieg und ein erneutes Doppel-Podium bei den 125 cm³-Maschinen bedeutete.

Den ausführlichen Rennbericht des Teams Hähle Racing könnt ihr hier nachlesen.

Der Sachsenring – 90 Jahre und kein bisschen leise

MV Agusta am Sachsenring 2017
Die Traditionsmarke MV Agusta glänzte mit ihren historischen Rennern. Foto: rop

Am letzten Wochenende, vom 16. bis 18.06.2017, fand die ADAC Sachsenring Classic statt, die im Zeichen des 90. Geburtstags der legendären Rennstrecke stand.
Noch größere Legenden hatten sich als Gäste und Fahrer angekündigt: Giacomo Agostini, Phil Read, Dieter Braun, Marco Luchinelli, Steve Baker, Johnny Cecotto, Carlos Lavado, Carl Fogarty, Freddie Spencer, Kevin Schwantz, Peter Rubatto und und und. Allesamt Helden meiner Jugend und zum Großteil in meiner Kindheit oder gar in der meiner Eltern schon Legenden.

Giacomo Agostini und Freddie Spencer in der Startaufstellung der LOUIS CLASSIC KINGS am Sachsenring 2017
Giacomo Agostini #1 und Freddie Spencer #19 in der Startaufstellung der LOUIS CLASSIC KINGS. Foto: rop

Viele Größen des ostdeutschen Motorradrennsports wie Heinz Rosner und Stefan Tennstädt waren ebenfalls am Sachsenring am Start – und natürlich auch die Erben der DDR-Formel- und -Tourenwagen-Szene.

Stefan Tennstädt am Sachsenring 2017
Stefan Tennstädt in der Klasse International Classic Grand Prix (ICGP). Foto: rop

Auch der Hohenstein-Ernstthaler Dirk Heidolf, ehemaliger 250er-WM-Pilot, fuhr eine Moto2-Maschine von MZ. Auf Anthony Wests Maschine, mit der der Australier 2010 in der Moto2-Weltmeisterschaft antrat, startete Dirk bei den Läufen der Klasse MZ-RE/HB-Sonderklasse. Peter Rubatto zirkelte ein WM-Motorrad der Zschopauer Kult-Marke um den Ring, mit dem Max Neukirchner 2011 sein Moto2-Debüt als Teamkollege von Anthony West bestritt.

Dirk Heidolf bei der ADAC Sachsenring Classic 2017
Mit Anthony Wests #13 startete Dirk Heidolf bei der ADAC Sachsenring Classic 2017. Foto: rop

Eine sensationelle Sound-Kulisse bot sich den Besuchern bei der Präsentation der legendären Marke MV Agusta in der Boxengasse. Da trugen selbst die gestandenen Helden von einst, die inzwischen gewiss nicht mehr die besten Ohren haben, einen Gehörschutz.

Gianfranco Bonera und Gilmo Paglini zur Sachsenring Classic 2017
Gianfranco Bonera (li.) und Gilmo Paglini (re.). Foto: rop

Tosender Jubel und gellende Pfiffe übertönten den ohrenbetäubenden Motorensound, als Giacomo Agostini, Phil Read, Marco Luchinelli und andere Größen auf den roten Schönheiten Platz nahmen, um ihre Runden auf dem so geschichtsträchtigen Jubilär zu drehen.
So nebenbei sei erwähnt, dass „Ago“ es vorzog, am Freitag sein ureigenes Jubiläum, seinen 75. Geburtstag, unter Rennfahrer-Freunden und -Kollegen am Sachsenring zu feiern statt daheim in Italien.

Giacomo Agostini am Sachsenring 2017
Giacomo „Ago“ Agostini feierte am Sachsenring seinen 75. Geburtstag. Foto: rop
Faszination Sachsenring bei Alt und Jung

Die immense Vielzahl an großen Namen, die Vielfalt der zweirädrigen und automobilen Renn-Serien und die unzähligen verschiedenen Fabrikaten machte es mir nahezu unmöglich, überall dort zu sein, wo es etwas zu sehen gab oder wo etwas passierte. (Da fällt es einem zur MotoGP schon wesentlich leichter, seine Faszination zu kanalisieren.)

Bo Granath zur ADAC Sachsenring Classic 2017
Wo hab ich nur mein Motorrad abgestellt? Und wo sind Helm und Kombi? Foto: rop

Und sicherheitshalber fotografierte man zu ADAC Sachsenring Classic besser jeden Senioren, der nicht offensichtlich wie ein Fan gekleidet war. Hinter jedem dieser vom Leben gezeichneten Gesichter konnte sich ja ein Name wie zum Beispiel Phil Read, Heinz Rosner oder Bosse „Bo“ Granath verbergen.

Bo Granath zur Sachsenring Classic 2017
Bosse „Bo“ Granath hat zum Glück noch alles rechtzeitig gefunden. Foto: rop

Die 2017er Sachsenring Classic war meines Erachtens eine durchweg gelungene Veranstaltung. Auch wenn man bei den Wetterkapriolen am Freitag noch die Befürchtungen haben musste, dass alles ins buchstäbliche Wasser fällt. Am Samstag zeigte sich Petrus bereits wesentlich wohlgesonnener und gab am Sonntag dann sein Bestes. Mehr als 50.000 Besucher kamen an diesem Wochenende zur Geburtstags-Sause an den Sachsenring, am Samstag 20.000 und am Sonntag 25.000 Besucher – so die offiziellen Zahlen.

International Classic Grand Prix (ICGP) zur Sachsenring Classic 2017
Der Start der Klasse International Classic Grand Prix (ICGP) am legendären Ring. Foto: rop

Außerhalb des Fahrerlagers 1 schien das Event irgendwie mehr eine Veranstaltung für die Fahrer als für die Besucher zu sein, hatte das alles dort in seiner Unordnung doch teilweise eher den Charakter eines großen Auto- oder Motorradtreffens als den einer Motorsport-Großveranstaltung. Das könnte man zumindest im Vergleich zum MotoGP-Zirkus oder zur WorldSBK so sehen.
Ich denke, es war eben mehr das Flair der Rennsportveranstaltungen, wie es wohl früher einmal gewesen sein muss. Man ist Kontrahent und trotzdem zugleich befreundet. Man sitzt neben diesen Freunden im Wohnwagen mit dem Pavillon und nicht im Motorhome, aus dem man zum Essen in die Hospitality geht. Aber gerade das alles machte für mich den Geist und den Charme dieser Veranstaltung aus.
Schade fand ich nur, dass am Sonntag schon weit vor Veranstaltungsende viele der Fahrer und Teams abgereist waren.

Super Gaststart von Adrian Hähle in der DMV-Zweitakt-Trophy

Adrian Hähle startete am vergangenen Wochenende im Rahmen der ADAC Sachsenring Classic 2017 als Gaststarter in der DMV-Zweitakt-Trophy. Er ging dort in der Klasse Division 1 an den Start.

Adrian Hähle 2017 am Sachsenring
Foto: Jens Kaiser/Hähle Racing

Im freien Training noch gestürzt lief es für Adrian Hähle im Zeittraining dann wesentlich besser. Er konnte sich Startplatz 4 im Feld der insgesamt 51 Fahrer sichern, die auf neueren Rennmaschinen von 125 cm³ bis 500 cm³ starteten.

Adrian startete schlecht ins erste Rennen, sodass er auf Platz 9 liegend aus der ersten Runde zurückkam. Er machte Position um Position gut und kam schließlich auf Gesamtplatz 4 ins Ziel, was Platz 2 bei den 125-cm³-Maschinen bedeutete.

Im zweiten Rennen besser gestartet kam Adrian Hähle dann am Sonntag auf Platz 4 liegend aus der ersten Runde zurück. Mit viel Einsatz und fahrerischem Können schaffte es Adrian weiter nach vorn auf Platz 2 zu fahren. Er wurde dann jedoch noch von einem anderen Fahrer abgefangen und letztlich auf Platz 3 der Gesamtwertung abgewunken. Nichtsdestotrotz bedeutete das am Ende Platz 1 in Lauf zwei der 125er-Maschinen.
Sein Ziel, eine neue persönliche Rundenbestzeit unter 1:36,00 min zu fahren, hatte Adrian Hähle mit 1:35,71 min noch zusätzlich erreicht.

Adrian Hähle – ein unbestrittenes Talent

Adrian Hähles Leistung am Sachsenring kommentierte der Streckensprecher sogar mit dem Spruch: „Dieser Fahrer wäre WM-tauglich!“
Bleibt also eigentlich nur zu hoffen, dass zum Beispiel ein Team wie PrüstelGP auf der Suche nach einem deutschen Talent vielleicht auch Adrian mal die Chance gibt, sich auf einer Moto3-WM-Maschine zu beweisen.

Wir drücken dir jedenfalls weiter alle Daumen, Adrian.

Freddie Heinrich – Talent unter der Ägide von PrüstelGP

Freddie Heinrich Moto4 2017
Foto: Pepe Sanchis

Der junge Berthelsdorfer Freddie Heinrich startet aktuell in der Spanischen Meisterschaft (RFME-CEV) in der Klasse Moto4. Der schnelle kleine Sachse fährt dort beim Team Llinsual HMA Racing.

Freddie Heinrich, der ein wirkliches Talent ist, fuhr am Wochenende vom 03. und 04. Juni 2017 sogar schon seine erste Podiumsplatzierung, einen 3. Platz, gleich in seiner ersten Saison ein. Damit liegt er derzeit in der Gesamtwertung der Meisterschaft aussichtsreich auf Platz 4.

1. RUDA COMINO, MARCOS 95 Punkte
2. GARCIA TINOCO, ROBERTO 74 Punkte
3. MUÑOZ FERNANDEZ, DANIEL 38 Punkte
4. HEINRICH , FREDDIE 37 Punkte
5. WHATLEY , JOSHUA 35 Punkte
6. AVILA CORTES, JULEN 30 Punkte
7. FERNANDEZ ROBLEDILLO, ERIC 28 Punkte
8. LUQUE OLIVERO, FERNANDO 28 Punkte
9. HONZAK , ONDREJ 27 Punkte
10. SANCHEZ QUESADA, MAX 26 Punkte

Freddie Heinrich Moto4 RFME-CEV 2017
Foto: Pepe Sanchis

Dabei sah es nach dem Gewinn des Minibike Cups 2016 gar nicht so einfach für Freddie Heinrich aus. Aufgrund seines Alters war in Deutschland kein Aufstieg in eine höhere nationale Klasse möglich.

„Ich wollte gern weiter Motorradrennen fahren und an Meisterschaftsläufen teilnehmen“, sagte er uns. „Das funktioniert aber aufgrund meines Alters – ich bin erst 12 Jahre alt – in Deutschland nicht. Es gibt keine Klasse, in der ich starten dürfte. Deshalb führte mein Weg im Jahr 2017 nach Spanien.“

Freddie Heinrich im Minibike Cup
Freddie im Minibike Cup. Foto: Mike Lischka/Mik Pixx

Der schnelle kleine Sachse fährt dort in der Spanischen Meisterschaft mit einer 150-cm³-Rennmaschine in der Moto4. Mit der Unterstützung des ADAC Sachsen und des sächsischen Moto3-WM-Teams PrüstelGP bestreitet er die Saison beim Team Llinsual HMA Racing, bei dem auch ein weiterer Sachse, Nicolas Czyba, allerdings in der Klasse Pre Moto3 an den Start geht.

Freddie Heinrich RFME-CEV 2017
Freddie mit „Umbrella-Boy“ Nicolas Czyba. Foto: Pepe Sanchis
Das Nachwuchstalent Freddie Heinrich

„Ich hab im Oktober 2013 mit dem Motorsport angefangen. Ich nahm an einem Schnupperkurs auf dem Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal teil“, führt der schnelle Youngster aus. „Mit meinem Pocketbike durfte ich dann an weiteren Trainings teilnehmen. Ich war natürlich hellauf begeistert.“

„Ich bin seither Feuer und Flamme für den Motorradrennsport“, erklärt uns Freddie Heinrich weiter. „Und wegen meiner guten Ergebnisse 2014 erhielt ich 2015 einen Vertrag vom Leistungszentrum des ADAC Sachsen.“

Freddie Heinrich 2017 Moto4
Foto: Pepe Sanchis
Freddies Laufbahn in Fakten:

2017: RFME-CEV (Spanische Meisterschaft) in der Moto4

2016: ADAC Minibike Cup: Cup-Sieger, Deutscher Meister in der Klasse Nachwuchs
regionale Rennserien:
– Pocketbike Sachsenmeisterschaft
– Tschechische Minibike-Meisterschaft
– Simson Challenge, Klasse Minibike

2015: ADAC Minibike Cup: Cup-Sieger, Deutscher Meister in der Klasse Einsteiger

2014: ADAC Pocketbike Cup: Vizemeister

Freddie Heinrich 2017
Beim Motocross-Training. Foto: Fam. Heinrich

Natürlich ist der Motorradsport – trotz der insbesondere regional hohen Popularität – eine Sportart, die im Hinblick auf die Nachwuchsarbeit leider ein Schattendasein fristet. Das musste auch Freddie Heinrich und dessen Familie feststellen:

„Trotz der Unterstützung von PrüstelGP und des ADAC Sachsen ist es für mich und meine Eltern ein sehr hoher finanzieller Aufwand, den wir allein nicht bewältigen könnten“, erklärt er. „Darum sind wir stets auf der Suche nach motorsportbegeisterten Menschen und Unternehmen, die mein Talent erkennen, mich fördern und mir auch finanziell unter die Arme greifen wollen, sodass ich weiterhin erfolgreich meinem Sport nachgehen kann. Ich bin für jede Hilfe und Unterstützung überaus dankbar.“

Freddie Heinrich 2017
Supermoto-Training in Spanien. Foto: Fam. Heinrich

Dass diese Unterstützung kein reiner Gefälligkeitsdienst sein soll, sondern auch die Möglichkeit bietet, sich international zu präsentieren ist dem jungen Berthelsdorfer längst klar:
„Selbstverständlich biete ich im Gegenzug Werbeflächen auf meiner Renn-Kombi, dem Motorrad und unserem Team-Transporter an. Über weitere Möglichkeiten kann man sich natürlich ebenfalls gern mit mir und meinen Eltern unterhalten.“

Wir drücken dem kleinen „Fast Freddie“ jedenfalls die Daumen für seine Karriere und wünschen ihm maximale Erfolge.

Das „Who’s Who“ des Zweiradsports am Sachsenring

Es liest sich fast wie eine Zeitungs-Ente, wer alles zur Sachsenring Classic 2017 an den legendären Ring kommt. Unzählige Motorrad-Weltmeister erscheinen zum 90. Jubiläum der Rennstrecke, um das gemeinsam mit den Fans zu feiern.

Sachsenring 1972
1972 – Phil Read und Dieter Braun im 250-cm³-Rennen. Foto: Frank Bischoff
Die Besucher können sich am Sachsenring auf die folgenden Weltmeister freuen:

Giacomo Agostini: 15-facher Weltmeister (müßig, alle Jahre und Klassen seiner Erfolge aufzuzählen)

Phil Read: 8-facher Weltmeister (ebenfalls viel zu viele Jahreszahlen, aber einen seiner Titel gewann er in der Formula TT)

Carl Fogarty: 7-facher Weltmeister („King Carl“: 4x Superbike, 1x Endurance, 2x Formula TT)

Max Deubel: 4-facher Weltmeister (Seitenwagen, das legendäre Max-und-Moritz-Gespann)

Freddie Spencer: 3-facher Weltmeister (1983 Weltmeister in der Klasse 500 cm³, 1985 Doppelweltmeister in den Klassen bis 250 und bis 500 cm³)

Johnny Cecotto: 2-facher Weltmeister (1975 in der Klasse 350 cm³, 1978 in der Formel 750)

Carlos Lavado: 2-facher Weltmeister (1983 und 1986 in der 250-cm³-Klasse)

Jan de Vries: 2-facher Weltmeister (1971 und 1973 in der 50-cm³-Klasse)

Dieter Braun: 2-facher Weltmeister (1970 in der 125-cm³- und 1973 in der 250-cm³-Klasse)

Kevin Schwantz: Weltmeister (1993 in der 500-cm³-Klasse)

Steve Baker: Weltmeister (1977 in der Formel 750)

Marco Lucchinelli: Weltmeister (1981 in der 500-cm³-Klasse)

Christian Sarron: Weltmeister (1984 in der 250-cm³-Klasse)

Jon Ekerold: Weltmeister (1980 in der Klasse bis 350 cm³).

Sachsenring 1968
Giacomo Agostini und Heinz Rosner 1968 am Ring. Foto: Frank Bischoff

Darüber hinaus kommen mit Ralf Waldmann, August Hobl, Gianfranco Bonera, Aalt Toersen und Rolf Blatter, der französische Vizeweltmeister Guy Bertin, der mehrfache Schweizer Vizeweltmeister Bruno Kneubühler zahlreiche Vizeweltmeister an den Sachsenring.
Der Deutsche 250-cm³-Straßenmeister und frühere GP-Teilnehmer Harald Merkl wird ebenfalls dabei sein.

Sachsenring 1972
Giacomo Agostini 1972 auf MV Agusta 350 cm³. Foto: Frank Bischoff
Stefan Tennstädt fährt am Sachsenring

Stefan Tennstädt, der 250-cm³-DDR-Meister von 1985 aus Rodewisch, geht als Lokalmatador an den Start.
„Wenn ich schon die Chance habe, im Rahmen dieser Veranstaltung am Sachsenring zu starten, dann tue ich das natürlich“, sagte er uns am vergangenen Wochenende zum ADMV Classic Cup in Zschopau. Dort war er erstmals nach seinem letztjährigen Sturz- und Verletzungspech wieder auf seine Rennmaschine gestiegen. „Ich freue mich wirklich riesig auf das Event am Sachsenring“, so Stefan Tennstädt.

2x Platz 2 am Hockenheimring für Hähle Racing

In der IG Königsklasse ging das Team Hähle Racing am Samstag, dem gemeinsam mit 36 weiteren Fahrern in das erste freie Training. Gefahren wurde dabei auf der Formel 1-Streckenführung. Das Layout war besonders für die hubraumschwachen Zweitakter eine echte Herausforderung.
Adrian kam recht schnell in Tritt. Aber bereits in FP1 deutete sich an, dass die Honda des Teams Hähle Racing zu wenig Top-Speed auf den langen Geraden haben könnte.
Das wurde nach dem 1. Zeittraining endgültig klar. Es reichte bei den 125ern nur zu Platz 3 hinter Micky Winkler und Rainer Scheidhauer. Insgesamt bedeutete das Trainingsplatz 13.

Adrian Hähle vom Team Hähle Racing
Foto: Hähle Racing/Friedemann Dommenz (Archiv)

Durch diverse Änderungen an der Abstimmung und erreichte das Team im 2. Zeittraining zumindest Platz 2 bei den 125ern und insgesamt Platz 11, blieb aber dennoch hinter dem Trainingsschnellsten Micky Winkler zeitlich deutlich zurück. Ganze 12 km/h fehlten an Top-Speed auf Micky!

„Zu den beiden Rennen am Sonntag bleibt wenig zu berichten“, so das Team Hähle Racing in der Pressemitteilung. „Nach den eher schwachen Starts (durch die lange Sekundär-Übersetzung und das fehlende Kit-Getriebe) kämpfte sich Adrian mit viel fahrerischem Einsatz immerhin im Laufe der beiden Rennen an Rainer Scheidhauer vorbei und hielt die Position bis ins Ziel. So landete er letztlich zweimal auf Platz 2 bei den 125er.“
Lobende Worte fand das Team auch für die Leistung des Erstplatzierten:
„Eine Klasse für sich war zweifelsfrei Micky Winkler, der beide Läufe souverän gewinnen konnte und sicher auch auf einer Moto3-Maschine eine gute Figur machen würde.“

Adrian Hähle vom Team Hähle Racing
Foto: rop (Archiv)
Das Team Hähle Racing resümierte die Veranstaltung

„Die Stunde der Helden! Seit 1932 – mit diesem Slogan lockte die Titelseite des Rennprogramms zum traditionellen Mai-Pokal am Hockenheimring“, heißt es in der Pressemitteilung des Teams. „Tradition ist zweifelsfrei wichtig und sollte gepflegt werden. Aber sie wird eben vor allem vom Zuschauerinteresse verkörpert und das war an diesem Wochenende eher gering. Dabei hätten die Aktiven, welche allesamt attraktiven Motorsport boten, durchaus Zuschauer verdient gehabt, zumal ja auch das sonnige Wetter und die moderaten Eintrittspreise geradezu einluden. Nun, was soll es…? Motorradstraßenrennsport hat in Deutschland zur Zeit (noch immer) einen schweren Stand.“

Als Nächstes steht für das Team Hähle Racing die Veranstaltung zur ADAC Sachsenring Classic auf dem Programm, wo die Mannen um Adrian an zwei Rennen der DMV-Zweitakt-Trophy teilnehmen werden.
„Eine Strecke mit ganz bestimmt mehr Zuschauerinteresse, kürzeren Geraden und mehr Kurven“, so das Team. „Kommt vorbei, wir würden uns freuen!“

Weiterführende Infos zu Hähle Racing und Adrian erfahrt ihr auf der Webseite des Teams oder dessen Facebook-Seite.

Licht und Schatten für Arnaud Friedrich zum IDM-Auftakt

Beim ersten Rennwochenende der 2017er Saison durchlebte Arnaud Friedrich eine Achterbahn der Gefühle.
Nach guten Freien Trainings gab es für ihn ein Qualifying, bei dem er seinen ersten Einsatz auf Qualifier-Reifen ein nicht ganz zufriedenstellendes Ergebnis. In Lauf 1 folgte für Arnaud dann ein Beinahe-Ausfall, in Lauf 2 jedoch gab es für ihn mit Platz 10 die ersten wichtigen Punkte.

Arnaud Friedrich beim IDM-Auftakt 2017 am Nürburgring
Foto: FW-Fotografie/Felix Wiessmann

Der ersten Lauf wurde bereits in der zweiten Runde wegen einsetzenden Regens abgebrochen. Beim Neustart des Rennens, bei dem alle Fahrer auf Regenreifen setzten, wollte Arnauds Maschine nicht anspringen. Die BMW S 1000 RR musste zurück in die Box geschoben werden. Glücklicherweise konnte Arnaud dann aus der Boxengasse das Rennen doch noch aufnehmen. Bei der Hatz nach dem vor ihm liegenden Fahrerfeld konnte er sich letztendlich bis auf einen 20. Platz vorarbeiten. Nichtsdestotrotz hatte Arnaud nach den starken Trainingsergebnissen andere Erwartungen für sein erstes Rennen.

Arnaud Friedrich beim IDM-Start 2017 am Nürburgring
Foto: FW-Fotografie/Felix Wiessmann

In Rennen 2 lief es für ihn wesentlich besser. Nach einem guten Start und den Patzern einiger Top-Piloten lag Arnaud lange aussichtsreich auf Platz 8. In den letzten beiden Rennrunden musste er sich jedoch aufgrund von Bremsproblemen, die sich schon über die gesamte Renndistanz abzeichneten, den beiden erfahrenen Piloten Jan Halbich und Luca Grünwald doch noch ganz knapp geschlagen geben und belegte am Ende einen guten 10. Platz.
Somit erreichte er im zweiten Lauf das gewünschte Top10-Ergebnis und nimmt die ersten 6 Punkte mit.

Arnaud Friedrich bei der IDM- 2017 am Nürburgring
Foto: FW-Fotografie/Felix Wiessmann
Das Fazit von Arnaud Friedrich zum Wochenende am Nürburgring

Arnaud sagte nach den Rennen: „Im ersten Lauf hatte ich leider ein bisschen Pech. Wir hatten ein kleines technisches Problem. Aus der Boxengasse gestartet hab ich mich dann noch auf Platz 20 vorgekämpft.“ Den 2. Lauf resümierte er: „Im Rennen 2 hatte ich eine Startkollision mit einem anderen Fahrer, bei dem ich mir den Bremshebel-Schutzbügel verbogen habe. Deswegen hatte ich im gesamten Rennen Probleme beim Bremsen. Mit der 10. Platzierung war ich nicht ganz so zufrieden, weil ich weiß, dass ich ohne dieses Handicap schneller gewesen wäre. Trotz allem gebührt meinem Team großer Dank – und natürlich ebenso meinen Sponsoren.“

Mehr Infos zu Arnaud findet ihr auch auf seiner Webseite.