IDM 2018: der Auftakt in Oschersleben – durchwachsen wie ein gutes Steak?

IDM 2018 Motorsportarena Oschersleben - Björn Stuppi - Team Bergau
Björn Stuppi vom Team Bergau. – Foto: rop

Gleich zuerst: Mein Kommentar zum Start der IDM in Oschersleben ist definitiv kein Verriss, kein Klagelied, kein Genörgel – aber eben auch keine Lobhudelei. Es ist die Darstellung meiner Sicht und Eindrücke auf die Eröffnungsveranstaltung in Oschersleben.

Trotz der späten offiziellen Entscheidung für die Durchführung und die kurzfristige Einbindung von Pirelli als Exklusiv-Reifenausstatter war das gesamte Feld der IDM voller alter Bekannter und Freunde. Sogar zahlreiche Neuzugänge sind zu verzeichnen.
Auch wenn der eine oder andere namhafte Fahrer leider nicht auf der Nennliste auftauchte, bürgten die verbrieften Teilnehmer wieder für hochqualitatives Racing.

IDM 2018 Motorsportarena Oschersleben - Lucy Glöckner - Kawasaki Schnock Team Motorex
Lucy Glöckner – Kawasaki Schnock Team Motorex. – Foto: rop

Was den Ablauf bzw. die Organisation der Veranstaltung anbetraf, sorgte manches bei Gästen und Teams für Verwunderung, Kopfschütteln oder gar resigniertes Abwinken.
Ein paar Beispiele – selbst erlebt oder von hundertprozentig glaubhaften Quellen zugetragen:

IDM – Internes Durcheinander-Medienzentrum

Ein kleiner Schmunzler gleich zu Beginn: Die Akkreditierungs-Unterlagen für die IDM gab‘s nicht dort, wo sie laut Ankündigung zu bekommen sein sollten. Machte aber weiter nix aus. Das Wetter war grandios und die Wege in der Motorsportarena Oschersleben sind recht kurz. Das Personal war zudem sehr auskunfts- und hilfsbereit.
Kurze Frage meinerseits beim Check der Dokumente: „Wo habt Ihr denn das Bändchen für das Ticket?“ Antwort: „Ähm, da sind irgendwie 3.000 Stück zu wenig gekommen.“ Ich: „3.000 Bändchen zu wenig bestellt oder zu wenig geliefert?“ Husten bei meinem Gegenüber.

IDM 2018 Motorsportarena Oschersleben - Bastien Mackels, - Wilbers-BMW-Racing
Bastien Mackels – Wilbers-BMW-Racing. Foto: rop

IDM – Internationale Deutsche(!) Motorradmeisterschaft

Verwunderlich war dann allerdings – sowohl für einige Teams als auch für mich – dass man zum Beispiel bei der Zeitnahme keine Auskunft über Sektorenzeiten bekommen konnte. Laut einiger Aussagen soll von den Verantwortlichen der IDM zu hören gewesen sein: „Wir sind doch hier nicht bei der WM!“
Über Umwege war es den Teams dann wohl letztlich doch irgendwie möglich, bei Bike Promotion, die für die IDM-Zeitnahme verantwortlich sind, entsprechende Daten über deren Webseite zu bekommen. Bei einer Rennserie mit dieser technischen Klasse hatte nicht bloß ich dafür nur Kopfschütteln übrig.
Man hätte die Teams ja zumindest vorab darüber informieren können, wie sich die genauen Modalitäten der Zeitnahme gestalten. So wäre man vielleicht auf Fragen oder Wünsche gestoßen.
Kommunikation miteinander(!) ist eben alles.

IDM 2018 Motorsportarena Oschersleben - Toni Finsterbusch - Team Suzuki Mayer
Toni Finsterbusch – Team Suzuki Mayer – und Julia Hämmer (Fa. Schwabenleder) als Schirm-Girl. – Foto: rop
IDM – Ist da Musik?

Erinnert sich noch jemand an den “Jingle“ der IDM? 2017 gab‘s sowas. Da gab es so ein dramaturgisches musikalisches Element, das vor jedem Rennen gespielt wurde. Jeder wusste: Achtung, gleich geht‘s los!
2018 muss nun anscheinend die Anmoderation ausreichen – zumindest war dem in der Motorsportarena so. Außer den (auch nicht immer korrekten) Nationalhymnen war nicht wirklich musikalische Untermalung zu vernehmen. „Vielleicht muss müssen die ja GEMA-Gebühren sparen“, war hier und da zu hören.

IDM 2018 Motorsportarena Oschersleben - Freudenberg WorldSSP Team
Das Freudenberg WorldSSP Team (Jan-Ole Jähnig, Max Enderlein, Max Kappler v. l. n. r.) bei der „Autogrammstunde“ zum Pitwalk. – Foto: rop
IDM – irrelevant: das Merchandising

Was war denn das in Oschersleben bitte für ein Pitwalk? Bis auf das Freudenberg WorldSSP Team schien es entweder niemand zu wissen oder man hatte es einfach insgesamt verpennt. Nur vor der Freudenberg-Box stand ein Tisch mit Autogrammkarten, Plakaten etc., an dem auch prompt die Fahrer Platz nahmen. Das Wilbers Racing Team wurde als nächstes wach. Dann folgten so langsam ein paar weitere Teams, nachdem auch mehr und mehr Zuschauer die Boxengasse bevölkerten.
Gefühlt dauerte der Pitwalk für die Zuschauer keine 20 Minuten. Dann kam ein(!) Verantwortlicher und machte mit wenig freundlichem Ton und einem sehr genervten Gesichtsausdruck alle in der Boxengasse Anwesenden darauf aufmerksam, dass man diese jetzt räume.
Auch hier wurde die Lautsprecheranlage der Arena weder für Hinweise noch für eine passende musikalische Untermalung genutzt.
„Hat irgendwie was von Totentanz“, hab ich jemanden sagen hören.

Liebe Veranstalter, das könnt ihr doch besser! Wir wissen es, weil wir es in der Vergangenheit schon erlebt haben.

Mal schauen, was die lange Pause von 10(!) Wochen (zumindest für die 300er, 600er und die Cups) der IDM gebracht hat. Die IDM Superbike im Rahmen der Speedweek blende ich hier mal bewusst aus.

IDM 2018 Motorsportarena Oschersleben - Suzuki GSX-R Cup Stefan Müller und Sascha Schoder
Der Suzuki GSX-R Cup (Stefan Müller #9 vor Sascha Schoder #2) wird im Rahmen der IDM ausgetragen. – Foto: rop
IDM – ist doch Motorradsport

Nichtsdestotrotz ist man überall froh – bei Teams, Fahrern und Zuschauern, dass die IDM auch 2018 wieder stattfindet. Sie gehört einfach in die (deutsche) Motorsport-Landschaft.
Man spürt trotz einiger Nickeligkeiten, die ja vielschichtige Ursachen (wie Lampenfieber, Kompetenzgerangel, Sparmaßnahmen etc.) haben können, ganz viel Motivation und Freude. Die Rennfahrer und Teams sind eh heiß drauf zu fahren.

IDM 2018 Motorsportarena Oschersleben - Max Enderlein - Freudenberg WorldSSP Team
So sehen Sieger aus: Max Enderlein – Freudenberg WorldSSP Team. – Foto: rop

 

Auf der neuen, wunderbar einfach strukturierten Webseite der IDM erhält “Otto Normalverbraucher“ sehr schnell und übersichtlich Infos – von kurz und prägnant bis hin zu sehr ausführlichen Berichten. Tolles Bildmaterial zu Trainings und Rennen gibt‘s dort ebenso zügig zu sehen.

Abschließend lässt sich sagen:
Der Auftakt war an einigen Stellen ein wenig anders, aber dennoch gelungen.  Und die Rennen aller Klassen waren definitiv ein mehr als würdiger Start in die 2018er Saison, die bereits bei dieser Eröffnung in Oschersleben erstklassigen und aufregenden Motorradrennsport bot.

Adrian Hähle mit Siegeswille zweimal auf Platz 1

Adrian Hähle IG Königsklasse 2018 Most
Adrian Hähle beim Saisonstart der IG Königsklasse im tschechischen Most. – Foto: Friedemann Dommenz / Hähle Racing

Am Pfingstwochenende stand für Adrian Hähle die erste Rennveranstaltung der Saison 2018 auf dem Programm. Im tschechischen Most ging die IG Königsklasse an den Start.
Über den Winter konnte das Team die beiden Rennmaschinen sehr gut vorbereiten. Die Sponsoren von Hähle Racing standen dem Team dabei mit Rat und Tat zur Seite.

Überaus solide Trainigs von Adrian Hähle

Nach vier Trainings-Turns am Freitag, die außerhalb der eigentlichen Veranstaltung stattfanden, ging es am Samstag in das erste offizielle freie Training im Rahmen der diesjährigen Internationalen Zweitakt-Meisterschaft, der IG Königsklasse. Hier erreichte Adrian die viertschnellste Zeit aller 27 Teilnehmer und die schnellste Zeit der Fahrer der Klasse „GP125/Moto3“.
Er konnte sich auch im ersten Qualifying in diesem Bereich sicher behaupten, sodass das Team auf die Teilnahme am zweiten Qualifying verzichtete.

Lauf 1 und 2 von Adrian Hähle in der Klasse GP125/Moto3

Im ersten Lauf sicherte sich Adrian Hähle dann mit einem unangefochtenem Start-Ziel-Sieg den ersten Sieg in seiner Klasse.
Im zweiten Rennen kristallisierte sich der Moto-3-Pilot Patrick Eckert als starker Gegner heraus. Im Laufe des Rennens gab es mehrere Wechsel in der Führungsarbeit. Adrian zeigte sich extrem motiviert, wobei das eine oder andere Überholmanöver auch leicht mit einem Sturz hätte enden können. Anders hätte er sich aber auch nicht gegen die technische Überlegenheit der 250er-Viertakt-Moto3-Maschine durchsetzen können.
Durch seinen Kampfgeist reichte es am Ende für den zweiten Sieg, wobei Adrian auch seine bisherige persönliche Rundenbestzeit auf der Strecke in Most um fast 1,5 Sekunden unterbieten konnte.

Die nächsten Rennen der IG Königsklasse werden am 16. und 17.06.2018 im Rahmen der „German TT“ am Schleizer Dreieck ausgetragen.

IDM Sidecar in Oschersleben – mittendrin statt nur dabei

IDM Sidecar 2018 Motorsportarena Oschersleben
Die IDM Sidecars zur Eröffnungsveranstaltung der Saison 2018 in der Motorsportarena Oschersleben. – Foto: rop

In der Klasse IDM Sidecar holten sich die Ex-Weltmeister aus den Niederlanden Bennie Streuer und Gerard Daalhuizen beim IDM-Auftakt in der Motorsportarena Oschersleben einen Doppelsieg.

Rennen 1 der Klasse IDM Sidecar

In den ersten Runden des ersten Rennens ging es bereits turbulent zur Sache: Streuer/Daalhuizen mit verwachstem Start. Die führenden Kretzer/Bosch mit einem Dreher in Runde 2. Sattler/Neubert an der Spitze. Dann technische Probleme für das Team Sattler-Motorsport. Streuer/Daalhuizen wieder mit der Führung, die das Duo bis zum Schluss nicht mehr hergab, obwohl Josef Sattler und Uwe Neubert nochmal enorm Druck machten.

Josef Sattler und Uwe Neubert - Team Sattler Motorsport - IDM Sidecar 2018 Motorsportarena Oschersleben
Das Duo Josef Sattler und Uwe Neubert kämpfte hart um den Sieg. – Foto: rop
2. Lauf der IDM Sidecar

André Kretzer und Björn Bosch (AKW-Kretzer-Racing) führten im 2. Lauf lange das Feld an. Doch ein Dreher kostete das Duo den schon nahe geglaubten Sieg. Die nachfolgenden Gespanne Streuer/Daalhuizen und Sattler/Neubert nutzten die Chance sofort und gingen vorbei. Kretzer/Bosch hatten hatten bis dahin ihre Führung mit Vehemenz behauptet. So mussten sie sich am Ende mit Platz 3 begnügen.
Das deutsch-schweizerische Gespann Mike Roscher und Anna Burkard (RSC-Racing Roscher-Burkard-Penz13) belegte in beiden Läufen jeweils den 4. Platz.

Mike Roscher und Anna Burkard - RSC-Racing Roscher-Burkard-Penz13 - IDM Sidecar
#66 – das deutsch-eidgenössische Gespann Mike Roscher und Anna Burkard (RSC-Racing Roscher-Burkard-Penz13). – Foto: rop

Mein Fazit:
Alles in allem auch hier wieder Rennsport zum Nägelkauen! Es war unglaublich packend – bis zum Schluss. Pradikat „sehenswert“. Wer nicht da war, hat definitiv was verpasst!

Die IDM Superbike in der Motorsportarena Oschersleben

Bastien Mackels, - Wilbers-BMW-Racing - IDM Superbike
Bastien Mackels, – Wilbers-BMW-Racing. Foto: rop

Die erste Runde für die IDM und damit auch für die IDM Superbike in der Motorsportarena Oschersleben ist Geschichte.
Wie für mich erwartet gehörte Bastien Mackels, 2018 wieder auf Wilbers-BMW unterwegs, zu den Favoriten. Dass Alpha Racing Van Zon BMW mit Ilya Mikhalchik und Julian Puffe zwei heiße Eisen im Feuer hat, wurde bereits bei den Tests und in der EWC deutlich. Jan Halbich war für mich bis zur Saisoneröffnung eher die Unbekannte. Und Suzuki hatte ich ehrlich gesagt gar nicht so auf der Rechnung. Umso spektakulärer gestalteten sich dann die Rennen der Klasse IDM Superbike.

Ilya Mikhalchik - Team Alpha Racing Van Zon BMW - IDM Superbike
Ilya Mikhalchik vom Team Alpha Racing Van Zon BMW. – Foto: rop
Rennen 1 der IDM Superbike

Im ersten Lauf sicherte sich Bastien Mackels einen knappen Sieg vor dem Ukrainer Ilya Mikhalchik. Jan Halbich auf seiner Holzhauer-Honda komplettierte knapp vor Julian Puffe das Podium. Danny de Boer, dieses Jahr erstmals für MGM Yamaha auf einer R1 unterwegs, kam immerhin auf den 5. Rang.

Jan Halbich - Team Holzhauer Racing Promotion - IDM Superbike
Jan Halbich vom Team Holzhauer Racing Promotion. – Foto: rop
Lauf 2 der IDM Superbike in Oschersleben

In Rennen 2 tauschten Ilya Mikhalchik und Bastien Mackels die Podiumsplätze. Die beiden Kampfhähne trennte auch hier nur ein Wimpernschlag. Überraschend hingegen kam Dominic Schmitter auf seiner Kilo-Gixxer auf den 3. Platz. Der Schweizer Spätbremser verwies Julian Puffe erneut auf den vierten Platz. Unmittelbar dahinter folgten dann Toni Finsterbusch auf Suzuki und Jan Halbich (Honda).

Dominic Schmitter - HPC-Power Suzuki Racing - IDM Superbike
Dominic Schmitter vom Team HPC-Power Suzuki Racing. – Foto: rop

Mein Fazit:
Es war definitiv wieder enorm zweikampfgeprägter und wirklich sehenswerter Rennsport. Die Rennen lassen auf eine spannende Saison hoffen. Eine solche Dominanz wie die von Reiti 2017 ist aktuell von keinem der Fahrer zu erwarten.

Volles Fahrerfeld in der IDM SSP600

Max Enderlein - Freudenberg WorldSSP Team - IDM SSP600
Max Enderlein vom Freudenberg WorldSSP Team. – Foto: rop

Insgesamt 33 Fahrer füllen in der IDM SSP600 das Feld, das allerdings aus Supersport- und Superstock-Piloten besteht. Das sprach für ordentlich Action auf der Piste.

Lauf 1 der IDM SSP600

Die Trainings-Dominanz von Max Enderlein (Freudenberg WorldSSP Team) sollte sich auch im ersten Rennen bestätigen. Er fuhr der Konkurrenz auf und davon. Mit fast 6,5 Sekunden siegte „Mad Max“ vor Marc Buchner und Kevin Wahr, die sich bis zum Zielstrich massiv beharkten und fast zeitgleich die Linie überquerten.
Sichtlichen Kampfgeist zeigte auch der wieder genesene Chris Stange, der sich in Lauf 1 mit dem Kawasaki-Piloten Martin Vugrinec wirklich heftige Zweikämpfe leistete. Nach einigen Kontakten und Remplern, die sich bis in die Zielkurve zogen, stellte Vugrinec letztlich seine „Kawa“ auf P7 und Chris seine „Yamsel“ auf P8.

Chris Stange Martin Vugrinec IDM SSP600
Chris Stange im Fight mit Martin Vugrinec. -. Foto: rop
Das zweite Rennen der IDM SSP600

In Lauf zwei lief alles etwas anders. Nach vier Runden musste wegen eines Sturzes das Rennen neu gestartet werden. Bis dahin hatte Max Enderlein wiederum die Führung inne. Der Neustart und die ständigen Attacken von Kevin Wahr machten jedoch den Rhythmus von Max zunichte, sodass er sich nicht absetzen konnte. Max‘ Schlussattacke in der Zielkurve ging schief, und er fand sich in der Wiese wieder. Kevin Wahr siegte demzufolge vor Marc Buchner und einem saustark fahrenden Chris Stange. Max Enderlein konnte sich mit seiner sichtlich lädierten Yamaha noch auf einen 10. Platz retten. Respekt dafür! Ich hätte die Kiste wohl frustriert liegenlassen.

Marco Fetz - DRC Däschlein Racig Concept - IDM SSP600 STK600
Marco Fetz vom Team DRC Däschlein Racig Concept. Foto: rop

Das Superstock-Podium der 600er gestaltete sich in beiden Läufen gleich. Klingt langweilig – war es aber ganz und gar nicht! Nach wirklich starken Rennen wurde beide Male Marco Fetz Sieger vor Moritz Jenkner und dem jeweils Drittplatzierten Jan Schmidt. Die drei Superstock-Piloten wären damit sogar in der SSP600-Wertung in beiden Läufen in die Punkteränge gefahren!

Moritz Jenkner - ADAC Sachsen e. V. - IDM SSP600 STK600
Moritz Jenkner mit zweimal Platz 2 in Oschersleben. – Foto: rop

Die IDM SSP300 in Oschersleben

Max Kappler Freudenberg WorldSSP Team IDM SSP300 in der Motorsportarena Oschersleben
Max Kappler vom Team Freudenberg WorldSSP Team. – Foto: rop

In der IDM SSP300 sorgte zwischen den überwiegend holländischen Fahrern erwartungsgemäß das Freudenberg WorldSSP Team mit seinen Talenten für ordentlich Wirbel.

Rennen 1 der IDM SSP300

Max Kappler holte einen Sieg im ersten Rennen. Mit 1,8 Sekunden Rückstand folgte ihm der Niederländer Victor Steeman. Jan-Ole Jähnig kletterte im ersten Lauf ebenfalls aufs Podium: Platz 3. Aber auch der IDM-Neuling Toni Erhard (Kiefer Racing) bestätigte mit einem 4. Rang in Lauf 1 eindrucksvoll sein fahrerisches Niveau.

Jan-Ole Jähnig Freudenberg WorldSSP Team IDM SSP300 in der Motorsportarena Oschersleben
Jan-Ole Jähnig vom Freudenberg WorldSSP Team. – Foto: rop
Der zweite Lauf der IDM SSP300

Im zweiten Rennen fuhr der Erzgebirgler Toni Erhard (ehem. Red Bull Rookies Cup) hinter dem niederländischen Sieger Victor Steeman sogar auf den 2. Platz. Für Max Kappler reichte es im 2. Lauf nach vielen Positionswechseln immerhin zu P3. Jan-Ole konnte im zweiten Rennen die Pace des Spitzentrios nicht ganz mitgehen und landete etwas enttäuscht „nur“ auf Platz 4.

Troy Beinlich - Beinlich Racing - IDM SSP300 in der Motorsportarena Oschersleben
Troy Beinlich (Beinlich Racing) in der Motorsportarena Oschersleben. – Foto: rop

Der Thüringer Troy Beinlich blieb mit Sturzpech in Lauf 1 und einem 14. Rang im 2. Rennen hinter den Erwartungen zurück. (Das Team Beinlich Racing würde dieses Wochenende wahrscheinlich lieber komplett streichen, bedenkt man auch Sturzpech und technische Probleme von Chris bei den 600ern.)

Mein Fazit:
Für mich waren das zwei sensationelle, kamfbetonte Rennen mit einer spürbaren KTM-Dominanz gegenüber den Yamahas. Von Kawasaki war leider – ganz anders als in der World SSP300 – nichts zu sehen. Die „Kawas“ blieben sogar weit hinter der einzigen Honda im Feld zurück.

Raymond Roche: Superbike-Weltmeister bei der Sachsenring Classic

Raymond Roche 1987 in Brno. - Foto Frank Bischoff
Raymond Roche 1987 in Brno. – Foto Frank Bischoff

Mit Raymond Roche geht ein ehemaliger Superbike-Weltmeister im Rahmen der ADAC Sachsenring Classic an den Start.
Der mittlerweile 61-jährige Franzose gewann 1990 den Titel in dieser Klasse.
Roche wurde darüber hinaus in den Jahren 1991 und 1992 Superbike–Vizeweltmeister. In der ewigen Bestenliste der erfolgreichsten Superbike-Fahrer liegt er mit 23 Siegen auf dem 11. Platz.

Roche ging vor seiner Superbike-Karriere in den Jahren 1978 bis 1989 auch in der Motorrad-WM an den Start. 1984 errang er auf einer 500-Kubikzentimeter-Honda den dritten Gesamtrang und damit sein bestes Ergebnis.

Raymond Roche zum Jubiläum am Start

Die ADAC Sachsenring Classic feiert 2018 ihr fünfjähriges Jubiläum. Im Vorjahr kamen rund 47.000 Besucher zur Veranstaltung. Dieses Jahr werden mehr als 650 Teilnehmer erwartet, wobei in diesem Jahr als Highlights die Seitenwagen-WM und die Präsentationsläufe der CLASSIC KINGS zu nennen sind.

Tickets und weitere Infos gibt es auf der Webseite der Veranstaltung.

Max Kappler mit Platz 15 im 1. Rennen

Max Kappler 2018 in der World SSP300
Foto: KAPPLER Motorsport

Der Oberlungwitzer Max Kappler kehrte mit Platz 15 und einem WM-Punkt im Gepäck nach Deutschland zurück.
Max und sein Team Freudenberg Racing sind sich nicht ganz sicher, ob die Freude über den erkämpften Punkt oder die Enttäuschung über Verpasstes im ersten Lauf in der World-SSP300-Klasse überwiegt.

Er erwischte einen richtig guten Start in das Rennen und konnte mit nach der ersten Runde bereits drei Positionen gut machen. Max Kappler kämpfte sich darauf immer weiter nach vorn und fuhr mit 2.10,3 Min. eine Rundenzeit, die gegenüber dem Zeittraining eine Sekunde schneller war.

Zur Rennmitte wurden jedoch größere Probleme deutlich. Aufgrund dessen konnte er nur in der zweiten Fahrergruppe mit sieben Fahrern um den 10. Platz kämpfen.
In den letzten beiden Runden zeigte sich Max weiter angriffslustig und versuchte, sich für die letzte Runde optimal in Position zu bringen. Platz 10 schien möglich.
Letztlich überquerte Max Kappler als 15. die Ziellinie. Damit war der 1. WM-Punkt eingefahren.

Max Kappler 2018 in der World SSP300
Foto: KAPPLER Motorsport
Fazit von Max Kappler zum Rennwochenende

Max resümierte das Wochenende in Aragón wie folgt: „Unser Ziel für das Rennen lautete, gleich vom Start weg hart zu pushen. Das ist mir auch ziemlich gut gelungen und mein Start war ok. Ich hielt die Pace in meiner Gruppe mit. Allerdings bekam ich nach ein paar Runden vorne Fahrwerksprobleme. Zum Teil hatte ich Chattering, und mir ist beim tiefen Hineinbremsen in die Kurven das Vorderrad eingeklappt, sodass ich die Linie nicht mehr halten konnte.

Damit bekam ich Probleme beim Herausbeschleunigen und Schwierigkeiten, mich in der Gruppe durchzusetzen. Mit dem 15. Platz am Ende bin ich aber trotzdem zufrieden, denn in die Punkte zu fahren war mein Ziel.
Jetzt freue ich mich aufs nächste Wochenende in Assen. Ich muss nochmals dem Team sowie meinen Fahrerkollegen danken, denn ich finde, wir haben gut zusammengearbeitet!“

Max Kappler 2018 in der World SSP300
Foto: KAPPLER Motorsport

Grit Kappler, Chefin bei KAPPLER Motorsport, sagte nach dem Saisonstart: „Leider verhinderten massive Fahrwerksprobleme eine bessere Platzierung. Diese Probleme gilt es nun schnellstmöglich zu analysieren und zu beheben.“ Sie ist sich nach dem ersten Rennwochenende sicher: „Max kann dann problemlos in den Top10 mithalten.“

Am kommenden Wochenende geht es bereits im niederländischen Assen mit dem 2. Lauf der World SSP300 weiter.

Das Video-Statement von Max Kappler zum Rennen könnt ihr hier anschauen.

Die Infos vom Team Freudenberg Racing findet ihr auf der Facebook-Seite des Teams.

Superstock 1000 Europameisterschaft startet dieses Wochenende

Markus Reiterberger startet 2018 für alpha racing Van Zon BMW in der Superstock 1000 Europameisterschaft
„Reiti“ in der IDM in Aktion. – Foto: rop

Die Superstock 1000 Europameisterschaft gastiert dieses Wochenende zum ersten Lauf der Saison im spanischen MotorLand Aragón. Die STK1000-EM geht im Rahmenprogramm des ersten Laufs der Superbike-Weltmeisterschaft auf europäischem Boden an den Start.
Die Kundensport-Mannschaft von BMW Motorrad Motorsport trifft in Aragón auf die europäische Elite, Werksmannschaften und ambitionierte Nachwuchsfahrer.

Markus Reiterberger und Jan Bühn gehen für das Team alpha Racing-Van Zon-BMW in der EM an den Start. Reiterberger, dreifacher deutscher Meister und früherer WM-Teilnehmer in der World Superbike Championship der Dorna, war bereits in den Jahren 2011 und 2012 in der Superstock 1000 Europameisterschaft unterwegs. Nach seinem siegreichen Gaststart im vergangenen Jahr gilt „Reiti“ als einer der Titel-Kandidaten. Für Jan Bühn, den deutschen Supersport-Meister von 2015, ist es der erste Einsatz in der Superstock 1000 Europameisterschaft.

Das Team um Werner Daemen hat mit der Vorbereitung auf die STK1000 EM und die IDM Superbike einen herausfordernden Winter hinter sich. Neben dem EM-Team startet alpha Racing-Van Zon-BMW mit Illia Mykhalchyk, Julian Puffe und Christof Höfer auch noch in der IDM.

Zum Start der Superstock 1000 Europameisterschaft sagt das Team:
Werner Daemen startet 2018 mit seinem Team alpha racing Van Zon BMW in der Superstock 1000 Europameisterschaft und in der IDM.
Werner Daemen startet 2018 mit seinem Team alpha racing Van Zon BMW in der Superstock 1000 Europameisterschaft und in der IDM. – Foto: rop

Werner Daemen, Team-Chef von alpha Racing-Van Zon-BMW

„Wir haben ambitionierte Ziele und möchten mit beiden Fahrern ganz vorne mitfahren. Natürlich ist die öffentliche Erwartungshaltung nach dem Wildcard Sieg von Markus im letzten Jahr hoch, aber die Konkurrenz ist stark. Die STK1000 ist neu für uns – da kann alles passieren. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind sehr gut vorbereitet.“

Markus Reiterberger startet 2018 für alpha racing Van Zon BMW in der Superstock 1000 Europameisterschaft
Markus Reiterberger startet 2018 für alpha racing Van Zon BMW in der Superstock 1000 Europameisterschaft. – Foto: rop

Markus Reiterberger

„Endlich geht’s los. Aragón ist eine geile Strecke. Unser Test vor drei Wochen ist schon gut gelaufen und wir haben ein gutes Basissetup erarbeitet. Daran werden wir natürlich weiter feilen um hoffentlich aufs Podium fahren zu können. Am besten ganz nach oben.“

Jan Bühn startet 2018 für alpha racing Van Zon BMW in der Superstock 1000 Europameisterschaft
Jan Bühn geht 2018 ebenfalls in der Superstock 1000 Europameisterschaft auf Punktejagd – hier beim IDM-Lauf in Oschersleben. – Foto: rop

Jan Bühn

„Ich freue mich natürlich im Rahmen der World Superbike dabei zu sein. Die Stock1000 ist einer der härtesten Klassen, aber ich bin bereit mich zu messen. Meine Vorbereitung lief super und das Team und BMW haben unsere Bikes optimal vorbereitet. Ein Dank noch an meine Sponsoren rund um meinen langjährigen Unterstützer Georg Räth und der Firma EGS, die mir das erst möglich gemacht haben.“

Zeitplan zur FIM Superstock 1000 Europameisterschaft

MotorLand Aragón 13.-15. 04.2018

FR 09:00 – 09:30 Free Practice 1
FR 14:15 – 14:45 Free Practice 2
SA 09:45 – 10:15 Free Practice 3
SA 15:00 – 15:30 Qualifying Practice
SO 10:00 – 10:15 Warm Up
SO 15:15 Start Rennen (live with Video Pass WorldSBK)

Zehn Fakten zur Thailand-Runde der WorldSBK

WorldSBK am Lausitzring 2017
Der amtierende Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) liegt in der Gesamtwertung aktuell hinter Marco Melandri (Ducati) und Tom Sykes (Kawasaki). Foto: rop

Die FIM Superbike World Championship (WorldSBK) befindet sich im Countdown zur zweiten Runde der Saison. In Thailand wird es am Wochenende in den Klassen Superbike und Supersport erneut auf Punktejagd gehen.
Vorab ein paar Fakten für die Statistik-Fans:

1. Jonathan Rea (Kawasaki Racing Team) hat hier nie ein Rennen schlechter als auf dem zweiten Platz belegt. Er erzielte fünf von sechs Siegen.

2. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) hat das einzige Rennen gewinnen können, das sein Teamkollege Jonathans Rea hier nicht gewonnen hat: den zweiten Lauf 2016.

Tom Sykes vor Chaz Davies - WorldSBK am Lausitzring 2017
Tom Sykes vor Chaz Davies. Foto: rop

3. Jonathan Rea hat sowohl im letzten Jahr als auch im Jahr 2015 jede einzelne Runde (!) auf dem Chang International Circuit angeführt.

4. In Buriram wird Marco Melandri (Aruba.it Racing – Ducati) versuchen, seinen dritten Sieg in Folge zu erzielen. Er hat bereits drei Siege in der WorldSBK errungen: im Jahr 2012 im zweiten Rennen in Aragon und einen Doppelsieg in Brünn.

Marco Melndri vor Jonathan Rea - WorldSBK am Lausitzring 2017
Marco Melandri führt nach seinem Doppelsieg von Phillip Island die Weltmeisterschaft an. Foto: rop

5. Thailand ist die einzige Strecke des Kalenders 2018, auf der Tom Sykes bereits Rennen gefahren ist, aber noch nie auf Pole-Position stand.

6. Es gibt im aktuellen Kalender nur drei Strecken, auf denen sich Chaz Davies (Aruba.it Racing – Ducati) nie für die erste Reihe qualifiziert hat. Das sind Buriram, Misano und Jerez.

7. Buriram ist die einzige Strecke, auf der Jonathan Rea alle Rennen beendet hat, bei denen er aus der ersten Reihe gestartet ist.

Jonathan Rea - WorldSBK am Lausitzring 2017
Der amtierende Weltmeister Jonathan Rea. – Foto: rop

8. Die FIM WorldSBK Championship hat bisher insgesamt 80 Rennen in Asien absolviert.

9. Der erfolgreichste Fahrer in Asien ist Jonathan Rea mit acht Siegen (fünf in Buriram, zwei in Losail und einem in Sepang). Rea überholte in dieser Statistik im letzten Jahr „King Carl“, Carl Fogarty, der sieben Mal in Asien gewonnen hat (zwei Siege in Johor, zwei in Sugo und drei Rennsiege in Sentul).

10. Ducati war bisher auf sechs der acht asiatischen Strecken in der Geschichte der WorldSBK siegreich: Johor, Losail, Sentul, Sepang, Shah Alam und Sugo. Auf dieser Liste fehlen nur Buriram und Istanbul.

Weitere Statistiken zur Karriere der jeweiligen Fahrern gibt es hier nachzulesen.
Zu den Ergebnissen der Fahrer auf dem Chang International Circuit in Buriram findet ihr hier noch mehr Infos.

(Quelle: worldsbk.com)